Abenteuer im ecuadorianischen Dschungel

Unsere Praktikantin Verena hat letzte Woche eine Reise in das Cuyabeno Naturreservat gemacht und berichtet Ihnen hier exklusiv von ihren spannenden Eindrücken und Erlebnissen:

 

Willkommen im ecudorianischen Dschungel – einem mystischen und aufregenden Ort. Wir sind für Sie für vier Tage in die Cuyabeno Lodge im Cuyabeno Naturschutzgebiet gefahren. Dieses im Nordosten an der Grenze zu Kolumbien gelegene 600.000 ha große Naturschutzgebiet bietet eine der größten Artenvielfalten weltweit. Neben zehn Affenarten, Kaimanen, pinken Flussdelphinen und sagenumwobenen Anakondas kann man hier auf ein Drittel aller Vogelarten des gesamten Amazonasbeckens treffen.

Schon die Anreise über Lago Agrio bietet ein kleines Abenteuer. Lago Agrio erreicht man mit dem Bus über Nacht oder mit dem Flugzeug ab Quito. Von der Stadt aus geht es durch idyllische Landschaften zur Cuyabeno Brücke. Auf dem Weg muss der Fahrer einige Male stark bremsen um Kuhherden auszuweichen, die die Straße bevölkern. An der Cuyabeno Brücke, dem Tor zum Dschungel, wird ein leckeres Mittagessen serviert und dann geht es ab ins Kanu, ausgestattet mit Regenponchos.

Cuyabeno Napo Fluss

In den nächsten zwei Stunden bekommt man einen Eindruck von der Weite und der Artenvielfalt des Gebietes und auch vom schnell wechselnden Klima des Regenwaldes. Von einer Sekunde auf die andere beginnt es so stark zu regnen, dass man ohne Poncho sofort komplett durchnässt wäre. Genau so schnell wie es angefangen hat zu regnen, scheint wieder die Sonne und es wird heiss und schwül. Wir bewundern den wie im Film vorbeiziehenden Dschungel. Noch nicht einmal in der Lodge angekommen, sehen wir auf der Fahrt mehrere Affenarten, die uns lautstark begrüßen, sowie schöne bunte Vögel.

Cuyabeno Baum

In den Monaten von April bis November ist das Naturreservat überflutet, sodass unsere Lodge auf einer kleinen Insel an einer Lagune liegt. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, begeben wir uns auf den Aussichtsturm der Lodge. Von hier hat man einen atemberaubenden Ausblick. Weit und breit nur die Farbe Grün und man merkt, dass man sich weit weg von jeglicher Zivilisation befindet – ein unglaubliches Gefühl! Es gibt kein Internet, kein Hupen der vielen Autos, keinen Smog - nur die Geräusche und Gerüche des Dschungels.

Am Abend in der Dunkelheit unternehmen wir eine Nachtwanderung. Mit Taschenlampen bewaffnet, entdecken wir viele Insekten und unser Guide, mit seinem unglaublich umfassenden Wissen, klärt uns über diese auf. Spannend sind vor allem „soziale Spinnen“. Diese leben in Gruppen von mehreren hundert Tieren zusammen und spinnen ganze Bäume ein. Die Bäume sehen aus wie in Watte gepackt, ein interessanter und ungewohnter Anblick.

Einmal machen wir alle unsere Taschenlampe aus und lauschen unserer Umgebung. Es ist gleichzeitig laut und leise. Laut durch die vielen Insekten, die wir aufgeschreckt haben, leise da es keine Geräusche der Zivilisation gibt. Zurück in der Lodge wird das Abendessen serviert, sehr leckere und frische ecuadorianische Gerichte. Auf dem Weg zu unserem Bungalow werfen wir einen Blick in den Sternenhimmel und sind verzaubert. Die vielen Sterne funkeln hell wie Diamanten im Himmel. Dann fallen wir in den Schlaf, beschützt von einem Moskitonetz und umgeben vom Geraschel und Gesumme der nachtaktiven Tiere.

Der nächste Tag beginnt mit einem stärkenden Frühstück. Dann machen wir uns auf mit dem Kanu in die Lagune und die Flussarme in Richtung einer indigen Gemeinschaft. Schon nach wenigen Minuten erspähen wir Flussdelphine beim Jagen. Wir beobachten diese wunderschönen aber auch scheuen Tiere einige Zeit. Dann verschwinden sie und wir machen uns auf in einen der zahlreichen Flussarme des Cuyabeno Naturschutzgebietes.

Plötzlich hebt der Guide die Hand – er hat eine Anakonda am Ufer erspäht. Diese liegt faul in der Sonne und ist ungefähr zwei Meter lang. Die riesigen acht Meter oder größeren Anakondas kann man im Cuyabeno Reservat nur in der Trockenzeit finden. So sind wir überglücklich wenigstens eine kleine Anakonda gesehen zu haben.

Cuyabeno Anakonda

Plötzlich tauchen neben uns Flussdelphine auf und über uns erspäht unser Guide Gelbbrustara, gelb-blaue Papageien. Hier haben wir ein echtes Luxusproblem, wo zuerst hinschauen?

Wir fahren weiter zum kleine Dörfchen der Siona-Gemeinde. Hier ernten wir Yucca und backen ein traditionelles Brot. Außerdem gibt es hier die Möglichkeit, kleine Souvenirs zu kaufen, die die Mitglieder der Gemeinde aus Pflanzen herstellen.

Den restlichen Tag verbringen wir im Kanu und bei Wanderungen und bekommen mehrere Affenarten, zwei weitere Anakondas, einen Tukan und verschiedene Vögel vor die Linse.

Cuyabeno Affe

Nach dem Abendessen fahren wir mit dem Kanu in die Dunkelheit der Lagune und suchen das Ufer mit unseren Taschenlampen nach leuchtenden Augen ab. Auch hier sind wir wieder begeistert vom Sternenhimmel. Wir entdecken bei diesem Ausflug leider keine Tiere - man kann im Dschungel eben Glück oder Pech haben, die Tiere halten sich hier an keine Spielregeln. An dem Abend fallen wir erschöpft und glücklich in unser Bett.

Am nächsten Tag wollen wir giftige Frösche finden. Mit dem Paddelkanu machen wir uns auf zum anderen Flussufer der Lagune und wandern los. Auf dem Weg entdeckt der Guide eine Tarantel, für Menschen mit einer Spinnenphobie ist der Dschungel sicherlich nicht der richtige Ort. An einem kleinen Tümpel finden wir dann tatsächlich auch zwei verschiedene giftige Frösche. Ohne unseren Guide hätten wir diese nie gefunden, da sie ziemlich klein und gut an die Umgebung angepasst sind.

Cuyabeno Lagune

Auf dem Rückweg zum Kanu weist uns unser Guide auf einen Baum hin, der voll von Ameisen ist und sagt, wir sollen an dem Baum lecken. Wie bitte?! Wir denken, wir haben uns verhört. Aber nein, unser Guide meint es ernst und macht es vor. Wenn er es tut, kann es ja nicht gefährlich sein, denken wir uns, und machen es ihm nach. Diese Ameisenart stößt, wenn sie sich bedroht fühlt, ein Sekret aus, welches wie Zitronensaft schmeckt. Also gleich nochmal am Baum lecken und das frische Gefühl im Mund im schwülen Dschungel genießen.

Wieder haben wir einen spannenden Tag im Dschungel erlebt. Zum Sonnenuntergang fahren wir erneut auf die Lagune und genießen die vielen unterschiedlichen Rottöne, während die Sonne am Horizont verschwindet. 

Cuyabeno Sonnenuntergang

An diesem Abend gehen wir früh schlafen, da wir am nächsten Morgen bei Tagesanbruch aufstehen werden, um Tiere, die morgens aktiv sind, zu suchen. Bei unserem Ausflug entdecken wir nur einige Vögel und sind trotzdem zufrieden, den erwachenden Dschungel zu hören und zu beobachten. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und machen uns fertig für die Rückreise in die Zivilisation.

Aber vor uns liegen erst noch einmal zwei Stunden Kanufahrt durch die wunderschöne Natur. Wir werden von Affen und Vögeln begleitet, die sich von uns zu verabschieden scheinen. Obwohl wir nur vier Tage im Dschungel waren, ist es ein komisches Gefühl wieder zurück zu sein in der Zivilisation, Autos zu hören und richtige Häuser und Strassen zu sehen.

Wir bekommen ein Mittagessen und dann bringt uns der Fahrer zurück nach Lago Agrio zum Flughafen oder zum Busbahnhof. Hier ist das Abenteuer ecuadorianscher Urwald, das wir sicherlich nie vergessen werden, zu Ende. Der Dschungel sowie die Cuyabeno Lodge haben uns begeistert und unsere Erwartungen übertroffen – wir kommen sicher irgendwann wieder zurück!

 

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